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Stottern verstehen und behandeln

Stottern verstehen

Stottern betrifft etwa 1% der Bevölkerung und kann das Leben der Betroffenen erheblich beeinflussen. Doch was genau ist Stottern und wie kann es behandelt werden?

Was ist Stottern?

Stottern ist eine Redeflussstörung, die durch unwillkürliche Unterbrechungen des Sprechablaufs gekennzeichnet ist. Diese Unterbrechungen können sich auf verschiedene Weise äußern:

  • Wiederholungen: "Ich-ich-ich möchte..."
  • Dehnungen: "Sssssonne"
  • Blockierungen: Stumme Anspannung vor einem Wort

Ursachen des Stotterns

Die genauen Ursachen des Stotterns sind noch nicht vollständig erforscht. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse deuten auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren hin:

Genetische Faktoren

Stottern tritt familiär gehäuft auf. Studien zeigen, dass etwa 60% der Stotternden Verwandte haben, die ebenfalls stottern oder gestottert haben.

Neurologische Faktoren

Bildgebende Verfahren haben gezeigt, dass bei stotternden Menschen bestimmte Hirnregionen anders arbeiten als bei flüssig Sprechenden.

Entwicklungsfaktoren

Bei vielen Kindern beginnt das Stottern im Alter von 2-5 Jahren, wenn die Sprachentwicklung besonders intensiv ist.

Entwicklungsbedingtes Stottern bei Kindern

Etwa 5% aller Kinder durchlaufen eine Phase des Stotterns. Bei den meisten verschwindet es von selbst. Dennoch ist eine frühzeitige Abklärung wichtig, um zu erkennen, welche Kinder Unterstützung benötigen.

Moderne Therapieansätze

Die Stottertherapie hat sich in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt. Heute stehen verschiedene evidenzbasierte Methoden zur Verfügung:

Für Kinder

  • Lidcombe-Programm: Ein verhaltenstherapeutischer Ansatz für Vorschulkinder
  • Indirekte Therapie: Beratung der Eltern zur Förderung der Sprechflüssigkeit
  • Spieltherapeutische Ansätze: Kindgerechte Methoden zur Verbesserung der Sprechflüssigkeit

Für Jugendliche und Erwachsene

  • Fluency Shaping: Erlernen einer neuen, flüssigen Sprechweise
  • Stottermodifikation: Veränderung des Stotterverhaltens
  • Kombinierte Ansätze: Integration verschiedener Methoden

Leben mit Stottern

Neben der direkten Arbeit am Sprechen ist es wichtig, auch die psychischen Aspekte des Stotterns zu berücksichtigen. Viele Betroffene entwickeln Ängste vor bestimmten Sprechsituationen oder vermeiden das Sprechen ganz.

Bei SprachWerk Wien bieten wir umfassende Stottertherapie für alle Altersgruppen an. Unsere Therapeuten sind speziell für die Behandlung von Stottern ausgebildet und begleiten Sie auf Ihrem individuellen Weg.